Versöhnlicher Saisonabschluss
Umkämpftes Startdrittel
Es ist erst das elfte Saisonspiel der Herren 1 von Schüpfheim und doch bereits schon das Letzte. Wegen des Coronavirus wurde die Saison verkürzt, sodass die ersten drei Spiele des neuen Jahres ausfielen. Die Unihockeyaner aus dem Entlebuch freuten sich, das letzte Saisonspiel in der heimischen Moosmättili-Arena vor vollem Haus bestreiten zu dürfen. Die Treue der Fans ist nicht selbstverständlich. Die Erwartungen der Fans wie auch des Teams zielten auf eine bessere Saison ab, als die Tabelle dies nun verlauten lässt. Vor dem letzten Saisonspiel klassierte sich Unihockey Schüpfheim im Mittelfeld. Die Relegation in die vierte Liga stand nie in Gefahr. Gleichzeitig konnte Schüpfheim nie ernsthaft um die beabsichtigten Aufstiegsspiele in der vordersten Tabellenregion mitreden. Beim letzten Saisonspiel wollten die Gastgeber jedoch dem Gegner, den Zuschauerinnen und Zuschauern sowie vor allem sich selbst zeigen, was sie drauf haben. So war es keine Überraschung, dass praktisch der gesamte Kader den Weg ins Moosmättili fand. Schüpfheim startet mit den ersten beiden Linien. Man zielte darauf ab, den Gegner mit hohem Tempo-Unihockey herauszufordern.
Diese Vorgaben setzte Unihockey Schüpfheim ab dem Startbully um. Es wurde sofort ein hohes Tempo eingeschlagen. Dieses Tempo konnte der starke Konkurrent aus dem Oberland jedoch gut annehmen. Die Folge war ein von Anfang an umkämpftes, temporeiches Startdrittel mit Chancen auf beiden Seiten. In der Hektik passieren jedoch gerne auch Fehler, so misslang ein Spielaufbau in der Hälfte der Schüpfheimer, was Interlaken gnadenlos ausnützte und das 0:1 erzielte. Das Spiel ging im ähnlichen Stil weiter. Die Mannschaften agierten auf Augenhöhe. Es wurde um jeden Ball gekämpft. Schliesslich fasste sich Routinier Hansjörg Vogel ein Herz und versuchte sich im Abschluss. Der Ball kam flach und hart in Richtung Tor und wurde durch Gian Willa unhaltbar abgelenkt. Ausgleich! Leider hielt die Freude darüber nicht lange. Erneut misslang ein Pass in der Spielauslösung des Heimteams, sodass die Oberländer leichtes Spiel hatten und den Fehler verwerteten. Mit dem Zwischenstand von 1:2 verabschiedeten sich die beiden Teams in die Kabinen.
Die Erlösung
Während der Pause machten sich die anderen zwei Linien von Unihockey Schüpfheim warm. Die ersten beiden Linien wurden plangemäss ersetzt. Es lag nun an der dritten und vierten Spiellinie, das Spiel zu Gunsten von Unihockey Schüpfheim zu drehen. Der Energietank der eingesetzten Spieler war noch voll. Dies führte dazu, dass Schüpfheim weiterhin ein hohes Tempo anschlagen konnte, während die Gäste vor allem am Anfang des Mitteldrittels Mühe mit dem hohen Rhythmus bekundeten. Schüpfheim konnte die anfängliche Überlegenheit gleich in ein Tor ummünzen. Nach einer schnellen Spielauslösung konnte Michael Odermatt den Ball vors Tor bringen, wo Marcel Zihlmann stand. Dieser erkämpfte sich den freistehenden Ball noch vor den Gegnern und schob ins Netz ein. Schüpfheim war somit wieder im Spiel. Und in diesem Spiel schienen die Entlebucher langsam Freude zu finden. Michael Odermatt erkämpfte sich den Ball, schritt in Richtung des gegnerischen Tors und versenkte den Ball mit einem regelrechten Sonntagsschuss unter die Latte. Schüpfheim lag erstmals in Führung. In der Folge wurden die 84er vom Heimteam überfahren. Joel Lappert fand den freistehenden Marcel Zihlmann, welcher die Führung ausbaute. Nur kurze Zeit später konnte Rückkehrer Fabian Zemp nach einer schönen Vorbereitung von Renato Kropf das Spielgerät im Tor versenken. Die Euphorie war riesig: Schüpfheim erzielte vier Tore in weniger als zehn Minuten. In der Euphorie und wenn es «zu einfach» geht, vergisst mancher die Defensivarbeit. Diese liess in der Folge nach. Die Oberländer kämpften sich ins Mitteldrittel zurück, konnten den Biosphäre-Tor-Express aufhalten und schossen bis zum Drittelsende zwei Tore. 5:4 für Schüpfheim zeigte die Anzeigetafel im Moosmättili zum Pausenzeitpunkt an.
Als Team in Richtung Sieg
Das Trainerduo Vogel/Zihlmann blieb seiner Linie treu. Auch im dritten Drittel durften zwei Linien pausieren und die anderen zwei spielen. Das Tempounihockey soll beibehalten werden, bekundeten die Oberländer doch offensichtlich Mühe mit Schüpfheim, sobald der Ball schnell lief. Interlaken konnte sich aber etwas besser auf das Tempo der Entlebucher einstellen. Die Gäste zogen sich etwas zurück, sodass schnelle Angriffsauslösungen seitens Schüpfheim nur schwer möglich waren. Jedoch fing ein Spieler von Schüpfheim den Ball im Angriff der Oberländer ab und konnte einen schnellen Konter auslösen. Der Ball fand Youngster Silvan Bieri, welcher Gian Willa bediente. Dieser legte seine ganze Überzeugung in den Schuss und hämmerte den Ball ins Tor der Oberländer. Der Zwei-Tore-Vorsprung war wiederhergestellt! Die folgenden Minuten waren wieder hart umkämpft mit Chancen auf beiden Seiten. Die Oberländer überzeugten mit ihrer Hartnäckigkeit und ihrem Willen, so konnten sie in der 50. Minute den Anschlusstreffer erzielen. Schüpfheim fand darauf eine schnelle Antwort. Fabian Zemp sah den freien Stefan Schnider, welcher mit einem platzierten Schuss einnetzte. Der Jubel war gross – jedoch noch nicht grenzenlos. Für beide Teams war klar, dass das Spiel noch nicht entschieden war. Es waren immer noch neun Minuten zu spielen. Das Spiel war ausgeglichener denn je und konnte auf beide Seiten kippen. Folglich versuchte sich beide Team mit kämpferischem Einsatz, um Tore zu verhindern und Bälle zu gewinnen. Für das souveräne Schiedsrichtergespann war das dann genug, so durfte ein Schüpfheimer auf die Strafbank. Dabei konnten die Schüpfheimer viele Chancen durch kluges Defensivspiel vereiteln oder wurden spätestens durch Torhüter Yannick Schuitemaker zunichte gemacht. Nur wenige Minuten verliefen und bereits durfte der nächste Schüpfheimer auf die Strafbank. Gegen Ende der Strafe bremste sich Interlaken jedoch selbst aus, nachdem gegen Oberland eine Strafe ausgesprochen wurde. Im folgenden Powerplay trat Schüpfheim entschlossen auf. Marcel Zihlmann vollendete seinen Hattrick dank eines Zuspiels von Gian Willa. Die restlichen drei Minuten des Spiels versuchte sich Oberland erneut im Powerplay, nahmen sogar den Torhüter vom Feld, doch alle Massnahmen erbrachten keine resultatmässige Veränderung. Schüpfheim brachte das Spiel mit 8:5 einigermassen souverän über die Bühne. Vielleicht hätte man das leere Tor auch mal treffen können…
Mit dem Sirenenton endete das Spiel und damit eine Saison, mit der kein Teammitglied zufrieden ist. Zu inkonstant verliefen diese Saison. Zu oft zog man einen schlechten Tag ein. Trotzdem zeigt gerade die letzte Partie einen Lichtblick: Das Spiel hat gezeigt, dass mit einer kämpferischen Team- und einer disziplinierten Defensivleistung einen starker Gegner besiegt werden kann. Zudem darf nicht vergessen werden, dass es Unihockey Schüpfheim gelang, drei aufstrebende und talentierte U18-Junioren ins Team zu integrieren. Das Team hat nun Zeit, um zu pausieren und die richtigen Schlüsse aus der Saison zu ziehen. In der darauffolgenden Saisonvorbereitung will man sich als Team stetig verbessern, um in der nächsten Saison wieder weiter vorne in der Tabelle mitspielen zu können.
- Revanche misslungen
- Schüpfheim verpasst Meisterschaftstitel